Sportverletzungen

06. September 2006

Jährlich ereignen sich in Deutschland etwa 1,5 bis 2 Millionen Sportverletzungen. Es bleibt nicht aus, dass der sportliche Mensch seine Kräfte überschätzt oder Folgen nicht absieht, wenn er zu einer sportlichen Leistung ansetzt ...

Jährlich ereignen sich in Deutschland etwa 1,5 bis 2 Millionen Sportverletzungen. Es bleibt nicht aus, dass der sportliche Mensch seine Kräfte überschätzt oder Folgen nicht absieht, wenn er zu einer sportlichen Leistung ansetzt. Gegen Sportverletzungen ist niemand gefeit. Vielerlei Verletzungen können die Folge sein. Am besten sollte man Verletzungen vermeiden! Das mag zwar profan klingen, lässt sich jedoch in der Tat von jedem in hohem Maße durch eigenes Zutun steuern. Viel ist bereits gewonnen, wenn Sie in Training und Wettkampf einige simple Grundsätze beherzigen: nur gut sitzendes Schuhwerk tragen und rechtzeitig auf ein neues Paar umsteigen, bevor der Schuh drückt oder seine Eigenschaften eingebüßt hat; harten Trainingsbelastungen stets einen lockeren oder trainings- freien Tag folgen lassen; regelmäßig Stretching und Krafttraining durchführen und - sollten punktuelle Beschwerden auftreten - so lange die Trainingsintensität herabsetzen oder ganz darauf verzichten, bis die Schmerzen abgeklungen sind.

Sollten aber dennoch Verletzungen aufgetreten sein, so gilt: sofortige Hilfe ist das A und O der Behandlung! Wichtig ist die Erstversorgung vor Ort. Das bedeutet aber, dass es an jeder Sportstätte und auf jedem Sportplatz einen gut sortierten Erste-Hilfe-Koffer gibt, in dem zumindest elastische Binden, Kühl-Packs und Sport-Gele vorhanden sind. Denn ohne eine sofortige Behandlung kommt es sehr oft zu den berüchtigten Komplikationen der Sportverletzungen.

Muskelkater

Muskelkater ist oft eine Begleiterscheinung beim Training Ungeübter. Er tritt meistens einen Tag nach einer ungewohnten Belastung auf und verliert nach einigen Tagen seine schmerzhafte Wirkung. Wie entsteht der Muskelkater? Ein überbelasteter Muskel weist feine Risse in den Muskelfasern auf. Durch diese Risse dringt langsam Wasser ein, so dass sich nach einiger Zeit (24-36 Stunden kleine Ödeme, Wasseransammlungen, bilden. Die Muskelfaser schwillt durch das eindringende Wasser an und wird gedehnt. Der wahrgenommene Dehnungsschmerz ist der Muskelkater.

Blasen

Blasen sind eine Ansammlung von Flüssigkeit zwischen innerer und äußerer Hautschicht aufgrund von Reibung oder einer Dauerbelastung wie Druck (zum Beispiel durch falsches Schuhwerk). Lassen Sie Blasen möglichst etwa 24 Stunden in Ruhe, damit sie von selbst abheilen können. Auf keinen Fall die lockere Haut abziehen! Tragen Sie antibakterielle Creme auf und bedecken Sie die Blase mit einen Pflaster. Bilden sich Blasen wiederholt an der gleichen Stelle, muss die Ursache beseitigt. Die könnte in zu engen Laufschuhen (Größe, Weite) oder reibenden Socken liegen. Wählen Sie Socken aus synthetischer Faser, und tragen Sie zur Vorbeugung vor jedem Lauf Vaseline auf.

Verstauchung (am Knöchel)

Verstauchungen bedeuten Schmerzen und Schwellungen im Fußgelenk durch überdehnte Bänder. Entgegen aller Vorurteile beweisen ärztliche Untersuchungen, dass nur fünf Prozent der Verstauchungen von Sportlern beim Laufen passiert sind. Die Mehrzahl der Verletzten sind Fußballer. Erste Hilfe heißt hier: Eis und entzündungshemmende Medikamente (Enzympräparate aus der Apotheke). Laufen mit einer Knöchelverstauchung ist unter Umständen äußerst schmerzhaft, so dass dem Läufer nur ein Ausweichen auf andere Sportarten bleibt. Die Belastung lässt sich am besten aushalten, wenn man das gelenk durch eine Bandage stützt. Es können durchaus vier Wochen vergehen, bis schmerzfreies Laufen wieder möglich ist.

Wadenzerrung

In der Wade bildet sich durch eine kurzzeitige Überbelastung des betroffenen Muskels eine Schwellung, die verbunden ist mit Schmerzen und Muskelverhärtungen.

Auch hier kommen Eis und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Die Wade wird mit einer ca. zehn Zentimeter breiten Bandage umwickelt, gerade straff genug, um den Schmerz einzudämmen, jedoch nicht so straff, dass die Durchblutung unterbrochen wird. Den Verband nicht nur beim Laufen, sondern den ganzen Tag angelegt lassen, und zwar für mindestens zwei Tage.

Fünf bis zehnmal am Tag Dehnübungen für die Wade durchführen und möglichst Korkeinlagen unter der Ferse (etwa einen halben bis einen Zentimeter hoch) tragen, um die Wadenmuskulatur zu entlasten. Auch tagsüber Schuhe mit etwas höherem Absatz wählen. Zumeist sind dann auch für den Alltag Laufschuhe die beste Wahl.

Seitenstechen

Wer kennt das nicht: Ein stechender Schmerz entsteht direkt unterhalb des Brustkorbs, bisweilen auch etwas höher spürbar, hervorgerufen durch krampfartiges Zusammenziehen des Zwerchfells, Gaseinschlüsse im Darm oder vollen Magen. Die Stiche treten gewöhnlich bei hoher Trainingsbelastung oder im Wettkampf auf.

Bei Seitenstechen auf der rechten Seite (die häufigste Form) sollte man das Tempo für etwa 30 Sekunden reduzieren und jedes Mal, wenn der linke Fuß aufsetzt, kräftig ausatmen, bis das Stechen nachlässt. Bei Stichen auf der linken Seite entsprechend auf dem rechten Fuß ausatmen. Bringt diese Methode keinen Erfolg, versuchen Sie es mit langsamer, tiefer Bauchatmung, wobei sich der Unterleib mit jedem Atemzug deutlich nach innen bzw. außen bewegen muss. Zur Unterstützung können Sie beim Laufen die Hände über den Kopf falten und die Ellenbogen nach hinten drücken, während Sie weiterhin tief in den Bauch atmen.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Faust kräftig auf den schmerzenden Bereich unter dem Brustkorb zu pressen und diesen Druck noch mit der Hand zu unterstützen, während Sie den Oberkörper im Winkel von annähernd 90 Grad nach vorn beugen. Versuchen Sie, in dieser Haltung etwa zehn Schritte zu laufen. Das bewirkt eine Dehnung des werchfells, dessen Verkrampfung häufig Ursache für Seitenstechen ist. Bringt keine der genannten Techniken Erfolg, hilft nur Stehen bleiben oder langsames Gehen, bis die Schmerzen verschwinden.

Dass durch vollen Magen bedingtes Seitenstechen nur durch ausreichenden zeitlichen Abstand der letzten Mahlzeit zur sportlichen Tätigkeit vermeidbar ist, braucht wohl nicht weiter ausgeführt zu werden.

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